Ziele

Im Laufe der Entwicklung erfolgte ein Wandel im Arbeitsinhalt vom Schwerpunkt der Betreuung nach Suizidversuchen zu einem eher präventiven Ansatz, der Intervention bei akuten psychosozialen (auch suizidalen) Krisen. Das sozialpsychiatrische Selbstverständnis der Gründerjahre hat sich zu einem umfassenden therapeutischen Konzept mit starker psychotherapeutischer Ausrichtung entwickelt. Durch ein möglichst frühzeitiges therapeutisches Handeln sollen nicht nur die Krisenbewältigung erleichtert und suizidale Einengung verhindert, sondern auch psychische und somatische Chronifizierungen sowie stationäre Behandlungen reduziert werden.

Einige der wichtigsten Gründungsideen haben sich über die vielen Jahre hinweg erhalten, neue Ziele sind hinzugekommen:

  • Bereitstellung eines bundesweiten Beratungs- und Therapieangebotes zur Bewältigung von akuten psychosozialen Krisen und Krisen mit hohem Suizidrisiko und/oder bei drohender Gewalt. Ausrichtung auf ein breites Spektrum von Klienten und Klientinnen aller sozialer Schichten mit einer besonderen Orientierung auf sozial schwache und benachteiligte Gruppen
  • Niederschwelligkeit des Angebots, d.h. keine direkten Kosten und rasche Verfügbarkeit von Gesprächsmöglichkeiten für Menschen in akuten Krisen, um Eskalationen (Suizidgefährdung, Gefahr von Gewaltanwendung) zu verhindern
  • Organisatorische und räumliche Unabhängigkeit von psychiatrischen Einrichtungen bei gleichzeitig enger Kooperation und Vernetzung mit anderen Institutionen der psychiatrischen Versorgung und des psychosozialen Feldes
  • Freiwillige Mitarbeit der Klienten und Klientinnen als Basis für eine tragfähige therapeutische Beziehung
  • Die gleichberechtigte Zusammenarbeit in einem multidisziplinären Team von Ärzten und Ärztinnen, Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen, Psychologen und Psychologinnen und Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen. Aufrechterhaltung eines kreativen Prozesses fachlicher und inhaltlicher Weiterentwicklung. Da unsere Klienten und Klientinnen oft psychische, körperliche und soziale Probleme haben, die eng miteinander zusammenhängen, ist dies eine unerlässliche Voraussetzung für erfolgreiche Krisenintervention.
  • Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel der Verbesserung des öffentlichen Bewusstseins und Enttabuisierung der Themen Suizidalität, Gewalt- und Traumafolgestörungen. Durch die Erhöhung des Bekanntheitsgrades von professionellen Hilfsangeboten in akuten psychosozialen Krisen soll es für Betroffene und deren Angehörige einfacher werden, die für sie passende Unterstützung zu finden.
  • Wissenschaftliche Begleitforschung zu den Themen Suizidprävention, Krisenintervention und Traumafolgen mit dem Ziel der Entwicklung verbesserter Hilfsangebote im Bereich der Krisenintervention und Suizidprävention
  • Entwicklung von Programmen und Projekten der primären Suizidprävention